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Krankenkassen sehen Einsparpotenzial – weniger Dialysefälle durch präzisere Diagnostik

Press-Release // de

Fortschritte in der Infektionsdiagnostik: Die Noscendo GmbH bietet mit ihrem DISQVER-Diagnoseverfahren die Möglichkeit, Infektionserreger im Rahmen einer Krankenhausbehandlung schneller und präziser zu bestimmen als bisher möglich. Das nutzt nicht nur Patientinnen und Patienten. Auch Krankenkassen sehen darin Einsparpotenziale, etwa wenn teure Folgebehandlungen wie Dialysen vermieden werden können

Nachdem das DISQVER-Diagnoseverfahren seit seiner Zulassung 2019 bei immer mehr universitären und regionalen Maximalversorgern zum Einsatz kommt, steigt der Zuspruch bei den Krankenkassen. „Die präzisere, digitale Diagnostik verbessert die Entscheidungsgrundlage für Ärztinnen und Ärzte. Das kann insgesamt zu einer optimierten Behandlung von Patientinnen und Patienten sowie zu geringeren Behandlungskosten für die Krankenkassen führen1“, erklärt Florian Brandt, Health Innovation Manager bei der IKK Südwest.

Mit dem DISQVER-Verfahren lassen sich Krankheitserreger oftmals schneller und präziser bestimmen als mit herkömmlichen Methoden wie der Blutkultur2. Durch die Genauigkeit der Diagnostik und die gewonnene Zeit kann die medizinische Versorgung dann so optimiert werden, dass die Patientinnen und Patienten sich gegebenenfalls rascher erholen und geringere Folgeschäden davontragen. „Als Krankenkassen zeigt uns dieser Erfolg, wie wichtig es ist, digitale, zukunftsweisende Methoden fest im Gesundheitswesen zu integrieren und wie Patientinnen und Patienten davon profitieren können“, so Brandt.

Auch sieht Brandt ein hohes Einsparpotenzialpotenzial für die Kostenträger. „Laut einer Studie am Universitätsklinikum Jena erkranken bundesweit mehr als 320.000 Menschen pro Jahr an einer Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt4. Diese Patientinnen und Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Nierenschäden, wodurch hohe Folgekosten anfallen können. Wird das Risiko für ein Nierenversagen durch eine schnelle Diagnostik auf den Normalwert gesenkt, könnten im rechnerischen Durchschnitt Kosten in Höhe von rund 4.700 Euro pro Sepsis-Fall vermieden werden“, erklärt Brandt. Dies zeige eine Modellrechnung, die im März 2022 in der Fachzeitschrift „Welt der Krankenversicherung“ erschienen ist1.

Enge Zusammenarbeit mit Krankenkassen und führenden Maximalversorgern

„Wir haben 2016 die Noscendo GmbH gegründet, um die Diagnostik vor allem von blutstromassoziierten Infektionen auf Basis von Next-Generation Sequencing und unserem bioinformatischen Auswertungsverfahren zu verbessern. Es freut uns sehr, dass DISQVER sowohl bei führenden Klinkern als auch bei innovativen Krankenkassen auf so große Resonanz stößt“, ergänzt Dr. Peter Haug, Mitgründer und Strategievorstand der Noscendo GmbH. „Gerne würden wir die Zusammenarbeit auf weitere Krankenkassen und Leistungserbringer ausweiten und bieten hier unsere Unterstützung an“, so Haug.

Digitalisiertes Verfahren liefert Ergebnis in unter 24 Stunden

Doch wie funktioniert digitale Diagnostik? Nach einer üblichen Blutabnahme kommt eine moderne Methode der DNA-Sequenzierung zum Einsatz, das „Next-Generation Sequencing“ (NGS). Nachdem die Ergebnisse der Sequenzierung auf die DISQVER-Plattform hochgeladen wurden, sortieren Algorithmen die menschliche DNA aus. Die übrig gebliebene DNA der Bakterien, DNA-Viren, Pilze und Parasiten wird mit einer umfassenden Genom-Datenbank abgeglichen. So können die Art und Menge der Krankheitserreger innerhalb von 24 Stunden genau bestimmt werden. Die Ergebnisse der Analyse werden digitalisiert an den behandelnden Arzt im Krankenhaus übermittelt.

Weitere Quellen und Informationen:

1 Brandt, Haug, Michel, Ruprecht, Welt der Krankenversicherung 3/2022, S. 54-57
2 Grumaz et al. CCM,2019 https://bit.ly/36VqDNz
3 Grumaz et al. Genome Medicine, 2016 http://bit.ly/2euFBVh
4 Fleischmann-Struzek, C., Mikolajetz, A., Schwarzkopf, D. et al. Intensive Care Med, 2018
5 https://noscendo.com
6 www.digisep.de

Über Noscendo

Die Noscendo GmbH ist der weltweit führende Anbieter von software-basierter Erregeridentifikation. Die rund 20 Mitarbeitenden in Duisburg und Reutlingen haben sich das Ziel gesetzt, die Infektionsdiagnostik zu revolutionieren und damit das Leben von Patienten zu retten. Mit der herkömmlichen Diagnostik über Blutkulturen benötigen klinische oder mikrobiologische Labore in der Regel zwei Tage bis mehrere Wochen, um eine begrenzte Zahl von Erregern zu bestimmen. Die 2019 zugelassene Analyseplattform DISQVER identifiziert innerhalb von 24 Stunden mehr als 16.000 Mikroben, darunter 1.500 beschriebene Keime (Bakterien, DNA-Viren, Pilze und Parasiten). Dafür wird die zellfreie DNA im Blut des Patienten mittels Next-Generation Sequencing untersucht, einer neuen, besonders schnellen Methode zur DNA-Analyse. Die bioinformatischen Algorithmen von Noscendo gleichen diese Informationen mit einer klinischen Genom-Datenbank ab. Innerhalb von 24 Stunden liegt so ein Report über alle in der Probe nachweisbaren Keime vor. Durch diese zeitsparende, genaue Erregeridentifikation können schwere Infektionen zielgerichtet behandelt werden, etwa auf Intensivstationen oder bei Bluterkrankungen wie Leukämie. Dies verringert den Einsatz von Breitband-Antibiotika, die zur Entstehung resistenter Keime beitragen und dadurch zu schwerwiegenden Krankheitsverläufen und einer höheren Sterblichkeit führen.

Viele renommierte Universitätskliniken, große regionale Kliniken sowie Klinikkonzerne setzen DISQVER bereits ein. Zudem kooperiert das Diagnostikunternehmen Noscendo mit Krankenkassen wie der TK und der IKK Südwest im Rahmen eines Selektivvertrags sowie mit der AOK Rheinland/Hamburg, der BARMER und der TK im Rahmen eines Projekts des Innovationsfonds des G-BA.

Noscendo wurde vom Handelsblatt und der Techniker Krankenkasse (TK) als Health-i Pioneer 2020 ausgezeichnet. Der Award kürt besonders innovative Ideen im Gesundheitswesen.

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